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Pressebericht
Dienstag, 30.06.2020 - Hanauer Anzeiger | 7.144 Klicks
HSG Hanau stärkt ihr Fundament
Athletik- und Torwarttraining für alle Jahrgänge / Lehrer-Trainer-Stelle an Rehbein-Schule
Seit ihrer Gründung vor gut zehn Jahren hat die HSG Hanau eine rasante Entwicklung durchgemacht, stieg von der Landesliga bis in die 3. Liga auf und hat sich dort längst etabliert. Fundament dieser Erfolge war stets die erfolgreiche Jugendarbeit und die gute Integration dieser Talente in die Aktivenmannschaften, weshalb die Hanauer in Zukunft dieses Fundament noch weiter stärken und ihr Engagement für die eigenen Talente mit mehreren Maßnahmen auf die nächste Stufe heben wollen.
Über 200 Kinder und Jugendliche spielen aktuell Handball bei der HSG, in allen Altersklassen schicken die Grimmstädter in der kommenden Saison mindestens zwei Mannschaften an den Start, von denen eine in der Regel in der höchstmöglichen Liga spielt.

B- und C-Jugend werden daher in der Oberliga antreten, die A-Jugend hofft auf eine erneute Teilnahme an der A-Jugend-Bundesliga – dort wird allerdings wohl eine Vorqualifikation entscheiden müssen, welche Teams eines der begehrten verbleibenden Tickets für das Oberhaus erhalten. Details stehen wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie allerdings noch nicht fest.

Um dieses Repertoire an Talenten bestmöglich zu managen, setzen die Hanauer künftig auf einen Jugendausschuss, in dem neben deren Sprecher Jörn Winter zum Beispiel auch Hannes Geist sitzt, der als Co-Trainer der Drittliga-Mannschaft auch die Schnittstelle zum Aktivenbereich bildet. Dieser Ausschuss hat die vergangenen Wochen und Monate genutzt, um eine den gesamten Verein betreffende Spielphilosophie, einen „roten Faden“ zu formulieren.

„Wir wollen das Spielsystem so homogen wie möglich gestalten, auch mit möglichst gleichen Auslösehandlungen“, erklärt Winter, „und zwar quer durch alle Altersklassen.“ Außerdem gebe es nun für jede Altersklasse eine Zieldefinition, was die Nachwuchshandballer in welchem Alter können sollen. Das Ziel dieser Maßnahmen sei es, die Übergänge zwischen den einzelnen Mannschaften für die Spieler einfacher zu gestalten, bis hin zu dem Punkt, an dem ein Talent auf dem Sprung in die erste Mannschaft ist.

Um den Nachwuchshandballern bis zu diesem Moment die bestmögliche handballerische Ausbildung zu ermöglichen, bietet die HSG ihnen ein umfangreiches Spezialtraining an. „Athletiktraining ist zum Beispiel unglaublich wichtig“, so Winter, bei der HSG kümmert sich darum Dominic Scholz, dessen Konzept von der ersten Mannschaft bis zur C-Jugend umgesetzt wird.

Mit Markus Breidenbach haben die Hanauer zudem einen Torwartkoordinator, der auf ähnliche Weise das Torwarttraining auch schon im Nachwuchsbereich organisiert.

Bei aller körperlichen Ausbildung wollen die Hanauer aber auch die mentale Entwicklung ihrer Jugendspieler nicht vernachlässigen, deshalb macht Janina Bechinger mit der A-Jugend zum Beispiel Mentaltraining. „Einerseits machen wir das deswegen, weil das Mentale auf dem Spielfeld eine große Rolle spielt“, meint Winter, „aber wir als Verein haben ja auch ein Interesse an den jungen Menschen, die da bei uns spielen, und eine gewisse Verantwortung ihnen gegenüber. Da gibt es in der Pubertät einige schwierige Phasen und uns ist es wichtig, dass sie da einen Ansprechpartner haben.“

Eine derartig umfassende Ausbildung kommt allerdings nicht zum Nulltarif, und die Hanauer stecken einen nicht unerheblichen Teil ihres Budgets in die Jugendarbeit. „Eigene Talente auszubilden, das ist einfach unser Fundament“, stellt Winter klar. Neben der Hilfe durch Sponsoren steuern aber auch die Eltern einen Beitrag zu dieser Ausbildung bei. „Dafür erhalten sie aber auch eine adäquate Gegenleistung“, so Winter, denn schon die Bund A-Jugend würden zum Beispiel regelmäßig von einem Physiotherapeuten betreut.

Intensivieren wollen die HSG-Verantwortlichen ihre Kooperation mit den Schulen und versprechen sich dabei viel von der Schaffung einer Lehrer-Trainer-Stelle an der Karl- Rehbein-Schule, die für das kommende Schuljahr geplant ist. Dieser lange geplante Schritt, mit dem am Hanauer Gymnasium nach Rudern und Hockey eine dritte Sportart gefördert wird, ist für die HSG eine gute Möglichkeit, ihren Jugendspielern zusätzliches Training zukommen zu lassen.

In Hanau entstehe dadurch eine Art „Akademie ohne Internat“, wie Winter ausführt – damit trete die HSG nicht in Konkurrenz zu Vereinen wie den Rhein-Neckar-Löwen mit deren Internat, sondern biete Talenten eine zusätzliche Option. „Es muss für Spieler, die in der Region bleiben wollen, schließlich auch eine gute Möglichkeit geben, sich handballerisch weiterzuentwickeln“, so Winter – und diese Möglichkeit soll künftig in Hanau bestehen.

Die Hanauer möchten damit auch künftig ihren Weg fortsetzen, möglichst viele Eigengewächse in ihre Mannschaften zu integrieren. „Wir investieren viel Mühe in die Jugendarbeit, aber es ist unser Weg, unsere Jugendspieler an den Verein zu binden“, so Winter. Und auch in dieser Saison sollen wieder drei Talente in den Erstmannschaftskader der Hanauer integriert werden.

„Wenn ein Spieler schon seit der Jugend bei uns spielt, dann schafft das eine ganz andere Identifikation“, betont Winter, der auch auf die Erwartungen des „Blauen Blocks“ verweist: „Unsere Fans wollen keine zehn fremden Spieler in der Mannschaft sehen, die dann vielleicht auch noch häufig wechseln.“

Um die Talente in Hanau zu halten, will die HSG ihren Nachwuchsspielern künftig auch stärker berufliche Perspektiven aufzeigen: „Wir wollen da mehr und mehr eine Plattform sein, die Spieler und Unternehmen zusammenbringt“, verrät Reiner Kegelmann, der Sportliche Leiter der Hanauer, „schließlich suchen die Spieler Jobs und die Unternehmen Arbeitskräfte, das ist also eine Win-Win-Situation.“ Der Verein will sein Netzwerk deshalb in Zukunft verstärkt zur Vermittlung nutzen – zum Beispiel mit einer Stellenbörse auf der Homepage.

Die sportliche Perspektive der Talente hat sich bei der HSG zuletzt ebenfalls noch einmal merklich verbessert, wie Winter anmerkt, denn die Hanauer verfügen ab der kommenden Saison nicht nur über ein Team in der 3. Liga, sondern sind nach dem Aufstieg der zweiten Mannschaft auch in der Oberliga vertreten. „Der direkte Sprung in die 3. Liga kann selbst für sehr gute Jugendspieler schwierig sein“, weiß Winter, „mit unserer zweiten Mannschaft, die in der Oberliga spielt, gibt es für sie jetzt aber eine weitere spannende Möglichkeit bei uns.“

VON ROBERT GIESE


Zwölf Jugendspieler in der ersten Mannschaft, weitere Talente auf Bundesliga-Tuchfühlung

Wie sehr die HSG Hanau auf Eigengewächse setzt, zeigt sich beim Blick auf ihren Drittliga-Kader, denn mehr als ein Dutzend der aktuellen Erstmannschaftsspieler stammen aus der eigenen Jugend:

Jannik Ruppert, Jan-Eric Ritter, Henrik Graichen, Maximilian Bergold, Marc Strohl, Yaron Pillmann, Dennis Gerst, Fabian Tomm, Henrik Naß, Marius Brüggemann, Robin Marquardt, Benjamin Horn und Til Bachmann.

Auch in anderen Vereinen haben sich Spieler aus der HSG-Jugend einen Namen gemacht, am meisten stechen Torwart Can Adanir, der mit dem TV Großwallstadt kommende Saison in der 2. Liga spielen wird, sowie Rückraumspieler Yannick Ahouansou heraus, der bei den Rhein-Neckar Löwen auf dem Sprung in den Bundesligakader ist. Einen ähnlichen Weg könnte Spielmacher Tarek Marschall beim HC Erlangen gehen, der über Einsätze in der zweiten Mannschaft des HC an die Bundesliga herangeführt wird.
Quelle: Hanauer Anzeiger vom 30.06.2020
Artikel übernommen von Andreas am 30.06.2020
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