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Die mentale Blockade lösen
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Samstag, 19.11.2022 - Hanauer Anzeiger|130 Klicks
Die mentale Blockade lösen
BUNDESLIGA HSG Hanaus A-Jugend-Kapitän Niels Prüfert macht Mut für die Pokalrunde

Ein Spiel in der Vorrunde der A-Jugend-Bundesliga steht für die Handball-Talente der HSG Hanau noch an, dann wird die Mannschaft von Adrian Schild in der Pokalrunde um das Saisonziel, die Direktqualifikation für die neue Spielzeit, weiter fighten. Dass die Pokalrunde zu einem Highlight werden kann, haben die Spieler um den 18-jährigen Kapitän Niels Prüfert vergangene Saison bereits erlebt.

Dass es mit dem Einzug in die Meisterrunde nichts wird - dazu muss einer der ersten vier Plätze belegt werden - ist für die Hanauer schon seit ein paar Spieltagen klar. Mit 2:14 Punkten und auf dem letzten Tabellenplatz angesiedelt, können sich die Schild-Schützlinge schon länger mental auf die Pokalrunde einstellen, wollen aber keinesfalls die Vorrunde verfrüht abschreiben. „Wir werden auf jeden Fall alles geben, um im Idealfall mit einer breiten Brust in die Pokalrunde gehen zu können“, gibt Niels Prüfert einen Einblick in das Innenleben der Mannschaft.

Lediglich beim 33:28-Sieg gegen die SG DJK Rimpar sind die Hanauer als Sieger vom Parkett gegangen, haben ansonsten teilweise deutliche Niederlagen kassiert. Aber eben auch noch nicht ihr komplettes Potenzial auf die Platte gebracht, wie der Steinheimer Niels Prüfert sagt: „Meiner Meinung nach ist es das Mentale. Es ist eine Kopfsache. Wenn wir den Schalter umlegen, können wir auch was reißen.“ Um die Wende wahr werden zu lassen, betreiben die Jungs einen hohen Aufwand, den der Ligaalltag in der höchsten deutschen Jugendspielklasse nun mal mit sich bringt.

„Für andere Hobbys bleibt neben Handball und Schule keine Zeit mehr“, sagt Niels Prüfert, der die zwölfte Klasse der Kaufmännischen Schulen Hanau besucht. Nach Schulschluss nachmittags geht es für den 18-Jährigen direkt nach Hause und an den Schreibtisch, Hausaufgaben machen und lernen. Danach stehen zwei Stunden Handballtraining an - und das an allen fünf Werktagen. Denn das junge Talent trainiert auch schon bei den Erwachsenen mit, ist Teil der zweiten Mannschaft, die in der Oberliga spielt. Nach dem Training werden aber keinesfalls die Füße hochgelegt, vielmehr steht wieder lernen an. „Die Zeit muss man einfach nutzen, besonders in der Klausurenphase.“ Dann geht es schlafen, ehe am nächsten Tag der gleiche Ablauf wartet.

Am Wochenende steht mindestens ein Spiel mit der A-Jugend an. Bei einem Heimspiel ist der halbe Tag frei, wenn ein Auswärtsspiel irgendwo in der Bundesrepublik ansteht, bedeutet das eine teilweise längere Busreise. Dabei herrsche bei Hin- und Rückfahrt unterschiedliche Stimmung im Hanauer Teambus. „Bei der Hinfahrt ist jeder eher bei sich und fokussiert auf das Spiel. Manche nutzen die Zeit auch zum Lernen. Da ist es eher ruhiger“, sagt der Mannschaftskapitän. Wird Niels Prüfert auch noch etwa in der zweiten Mannschaft gebraucht, war es das mit einem freien Tag am Wochenende. Ein Preis, den der Modellathlet gerne zahlt, um auf diesem Niveau Handball spielen zu können.

Trotz des enormen Aufwands macht es dem angehenden Abiturienten einfach Spaß: „Das Teamgefühl gefällt mir am Handball. Es ist eine Vollkörperkontaktsportart, bei der es auch richtig zur Sache geht - und danach gibt man sich fair die Hand. Außerdem kann ich jeden Tag meine Freunde sehen.“ Handball spielt der Steinheimer nämlich seit zwölf Jahren und seitdem auch gemeinsam mit seinen Kumpels Nico Scholz, Akos Csaba, Anel Dumic und Philipp Blümmel.

Zuerst hatte Niels Prüfert sich im Fußball versucht, das Unterfangen aber recht schnell wieder aufgegeben. Da er aber unbedingt Sport machen wollte, ist er schließlich bei der HSG Hanau gelandet und geblieben. Dabei ist er eigentlich ein gelernter Rückraumspieler, seit zwei Jahren aber am Kreis heimisch. Als es eine Vakanz auf der Position gab, ist Niels Prüfert spontan eingesprungen. „Ich war schon immer der robuste Typ. Ich habe es einfach mal ausprobiert und es hat gepasst.“

Erlebt hat der talentierte Youngster auch schon viel im Handball, absolutes Highlight für ihn war das DHB-Pokalspiel in der vergangene Saison. Im Achtelfinale reisten die Hanauer nach München. „Wir sind einen Tag vorher angereist, das war wie bei den Profis. Und mit den Jungs im Hotel zu übernachten, ist immer cool.“ Richtig cool waren dann die Hanauer im Spiel gegen den TSV Allach - allerdings erst nach „einer blöden Roten Karte“ gegen Abwehrchef Niels Prüfert.

Die HSG lag mit sieben Toren zurück, doch nach dem Gang von Prüfert auf die Kabine hat sich bei seinen Teamkollegen ein Schalter umgelegt und nach einer nervenaufreibenden Aufholjagd gingen die Grimmstädter als Sieger vom Parkett.

Die Erkenntnis für das Hanauer Team: DHB-Pokal kann die Mannschaft um Kapitän Niels Prüfert.


Das sagt der Trainer

„Modellathlet“ ist das erste Wort, das Coach Adrian Schild zu seinem Kapitän einfällt. „Niels gibt in jedem Training und Spiel Vollgas. Wenn ich sage, er soll zehn Liegestütz machen, macht er elf - da muss man als Trainer auch bisschen aufpassen“, sagt der A-Jugend-Trainer über seinen Leader in der Abwehr. Dementsprechend ist der 18-Jährige auch im Kraftraum „immer vorne dabei und ein Kraftpaket, aber dabei sehr beweglich“. Auch seine Sache als Mannschaftskapitän der Bundesliga-Truppe mache Prüfert gut. „Da kann er noch ein bisschen mehr aus sich rauskommen“, motiviert ihn Schild. Sein Führungspotenzial wird die Mannschaft im letzten und schweren Vorrundenspiel brauchen. Am Samstag (19.11.2022) ist der Tabellenzweite JSG Melsungen/Körle/Guxhagen um 16 Uhr in der Hanauer Doorner Halle zu Gast. 

Quelle: Hanauer Anzeiger vom 19.11.2022
Artikel übernommen von Andreas Kautz am 19.11.2022
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