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Nach sieben OPs noch handballverrückt
Foto: Scheiber
Pressebericht
Freitag, 30.04.2021 - Hanauer Anzeiger | 952 Klicks
Nach sieben OPs noch handballverrückt
Hanaus neuer Trainer Adrian Schild ist ein „klassisches Hallenkind“
Als „klassisches Hallenkind“ bezeichnet sich der neue Trainer des A-Jugend-Bundesliga-Teams der HSG Hanau:

Adrian Schild kommt aus einer Handball-Familie, ist von klein auf in den Hallen der Region zu Hause und kann dem Kämpfen auf der Platte auch nach sieben Operationen einfach nicht widerstehen. „Der Trainerjob bei der HSG Hanau geht aber vor“, stellt der 33-jährige Hainburger unmissverständlich klar. Er übernimmt die Hanauer Talente zur neuen Saison, gehört aber während der Spiele um die deutsche Meisterschaft schon zum Team um Noch-Chefcoach Hannes Geist.

Im Alter von drei Jahren ist der Rückraumspieler dem rasanten Hallensport verfallen, denn seine Eltern und auch der große Bruder sind allesamt Handballer. Nach Ausflügen zum Turnen – was sich in Sachen Körpergefühl positiv auf das Handballspielen auswirkt – und Tennis hat sich Adrian Schild als Jugendlicher endgültig für den Handballsport entschieden. „Im Grunde gefällt mir daran, dass es immer Action gibt. Es laufen ständig Aktionen und dazu kommen die Komponenten Athletik, Taktik, Technik, Härte und Körperlichkeit. Handball ist hart, aber nicht unfair“, kommt der Außendienstmitarbeiter für Einkaufs- und Prozessberatung ins Schwärmen. Und auch die Tatsache, dass ein Spieler, der vom Gardemaß des prototypischen Handballers abweicht, ebenfalls weit kommen kann, macht den Sport für Adrian Schild interessant – und legt damit den Fokus auf die Arbeit mit Jugendlichen: „Spieler, die nicht über das Gardemaß verfügen, können bei guter Ausbildung trotzdem weit kommen.“ Und genau dieser Aufgabe, das Zauberwort lautet „gute Ausbildung“, widmet sich Adrian Schild ab der neuen Saison bei der HSG Hanau.

Der Hainburger, der am Montag seinen 34. Geburtstag feiert, kommt mit der B-Lizenz und einiger Trainererfahrung in die Grimmstadt. Sechs Jahre ist er Spielertrainer bei der SG Hainburg gewesen, danach folgten RW Babenhausen und die TSG Bürgel. Zuletzt zeichnete er sich für die A-Jugend-Oberliga-Talente der HSG Preagberg verantwortlich.

An der Seite von Hannes Geist wächst Adrian Schild nun in seine neue Aufgabe bei der HSG rein. „Es ist ein großes Geschenk, dass die Mannschaft trainieren und spielen darf“, sagt der neue Coach in den aktuellen Zeiten von coronabedingtem Sport-Stop im Amateurbereich. Seiner neuen Mannschaft attestiert Adrian Schild „eine gute Basis. Das sind zudem alles gute Jungs, charakterlich top. Und der Teamgeist stimmt auch“. Auch der ältere B-Jugend-Jahrgang ist schon im Training dabei, sodass der 33-Jährige alle Spieler schon kennenlernt. Und eine Grundidee, wie er in der neuen Saison seine Mannschaft spielen lassen will, hat Adrian Schild auch schon. „Ich will den Handball nicht neu erfinden, das geht auch gar nicht. Die Grundlagen sind eine aggressive und aktive 6:0-Deckung, denn ohne diese geht es heute nicht mehr im Handball. Daraus dann mit Tempo nach vorne spielen. Im gebundenen Spiel will ich den Jungs durch verschiedene Auslösehandlungen Möglichkeiten zur Spieleröffnung an die Hand geben.“

Selbst will der linke Rückraumspieler noch für die SG Hainburg in der Bezirksoberliga auflaufen, wenn es die Zeit zulässt. Das gilt auch für sein Arrangement im Fußball, denn der Sportbegeisterte kickt für die Sportvereinigung Seligenstadt. „Die Jungs wissen, dass der Handball vor geht und ich nur sporadisch da bin. Sie akzeptieren das“, spricht Adrian Schild lachend über seine zahlreichen Aktivitäten – die aktuell natürlich überwiegend auf Eis liegen. Außerdem ist er begeisterter Skifahrer und seit ein paar Jahren auch Fan des American Football. Besonders die taktische Komponente hat es ihm dabei angetan.

Seine eigenen sportlichen Aktivitäten, die er trotz insgesamt sieben Operationen am linken Knie wegen einer Wachstumsstörung, am rechten Ellenbogen wegen einer chronischen Sehnenscheidenentzündung, an der linken Hand sowie dem Sprunggelenk, jeweils wegen Brüchen, weiter ausübt, stellt Adrian Schild hinter sein Engagement als A-Jugend-Coach bei der HSG an. Nun sind die Heimspielstätten der HSG Hanau sein neues sportliches Zuhause, denn hier fühlt sich das „klassische Hallenkind“ am wohlsten.

von Julia Meiss
Deutsche Meisterschaft: HSG Hanau empfängt TUSEM Essen

Im Rennen um die deutsche Meisterschaft empfängt die A-Jugend der HSG Hanau am Samstag schon ab 15 Uhr TUSEM Essen in der Doorner Halle. Das Team von Hannes Geist trifft dann auf einen Gegner, der sich auch wegen einiger Veränderungen im Kader nur schwer einschätzen lässt. „Sie sind sicher sehr spielstark und gut im Kleingruppenspiel“, vermutet der HSG-Coach, „außerdem verfügen sie über eine stabile 6:0-Abwehr und gehen extremes Tempo – wir müssen sehen, wie wir das verhindern.“ Ein Weg dazu könnte mehr „Leidenschaft und Herz“ in der eigenen Defensivarbeit sein, denn diese Tugenden hatten die Hanauer bei der Auswärtsniederlage in Dormagen vermissen lassen. Wenn sein Team jene Stärken wieder abrufe, sei es mit Essen auf Augenhöhe und ein Sieg möglich, so Geist, der „die Punkte in Hanau behalten und den ersten Saisonsieg nach der Qualifikation bejubeln“ will. rob
Quelle: Hanauer Anzeiger vom 30.04.2021
Artikel übernommen von Andreas Kautz am 30.04.2021
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