Freitag, 10.01.2020 - Pressebericht - Hanauer Anzeiger  
A-Jugend:
JBLH: „Wir sind besser als die Ergebnisse aussagen“
HSG-Kreisläufer Rico Ruess glaubt an seine Mannschaft
Neues Jahr, neues Glück: Am Wochenende setzen die A-Jugendhandballer der HSG Hanau die Pokalrunde in der Bundesliga West fort – in der Hoffnung, die ersten Zähler zu ergattern. Und diese Hoffnung ist durchaus berechtigt. Denn am Sonntag (Anpfiff um 15 Uhr, Klingenhalle Solingen) geht die Reise zum Bergischen HC, mit dem man sich bereits in der Vorrunde die Zähler geteilt hatte. Diesmal will man sich allerdings beide Punkte an Land ziehen.


Hanaus Kreisläufer Rico Ruess ist denn auch überzeugt davon, dass ein Sieg gelingen kann. „Im Hinspiel haben wir uns insbesondere in der zweiten Halbzeit stark präsentiert. Wenn wir daran anknüpfen, ist alles möglich.“ Allerdings muss dazu eine Schwäche überwunden werden: die mangelhafte Chancenverwertung. „Die Gegner bisher waren uns nicht etwa überlegen, auch unsere Abwehr stand meistens super und spielerisch wussten wir auch zu überzeugen“, stellt Rico Ruess fest. Lediglich am Torabschluss hat es dann gehapert. „Wir sind besser als die bisherigen Ergebnisse aussagen“, so der 18-jährige Klein-Auheimer. In dieser Saison konnten bislang nur zwei magere Pünktchen eingefahren werden – einer gegen TSG Münster (27:27), einer gegen den Bergischen HC (28:28). Es sei häufig eine reine Kopfsache.

Und deshalb hatte HSG- Trainer Hannes Geist seinen Jungs zum Jahresabschluss zwei Woche Pause gegeben – zum Abschalten. „Es hat gut getan, mehr Zeit mit Freunden zu verbringen“, fand Rico Ruess, der sich aber natürlich wieder auf den Auftakt freue. Schon als Zweijähriger war er dem Handball verfallen. Durch seine Schwester kam er schließlich zum TSV Klein-Auheim. In der C-Jugend wechselte er nach Hanau und erlebte in seinem zweiten Jahr ein erstes Highlight: der Gewinn der Vize-Hessenmeisterschaft. Ebenso war der 3. Bundesliga-Platz mit der A-Jugend letzte Saison etwas ganz Besonderes für den Kreisläufer. „Wir zählten damit zu den Top-Teams Deutschlands“, so Ruess nicht ohne Stolz.

Aber man kann nicht immer auf der Welle des Erfolges schwimmen. „Es ist eine ganz neue Erfahrung für mich, mich mit meiner Mannschaft in einer solch schwierigen Phase zu befinden“, gibt er zu. Aber er ist auch überzeugt davon, dass sie sich selbst aus dem Tief herauskämpfen kann und wird. Das Training diese Woche lief gut, alle Spieler kehrten hochmotiviert aus der Pause zurück. „Wir haben nichts zu verlieren und gehen ganz befreit in das Spiel beim BHC“, kündigt Rico Ruess selbstbewusst an. Man habe keinen Druck, wolle sich aber endlich mal wieder selbst belohnen. Aufpassen müsse sein Team, so Ruess, auf den dominanten BHC-Rückraum.

Im Mai wird Rico Ruess, der früher mal Fußball und nebenbei noch Tennis gespielt hat, sein Abitur machen, um anschließend ein (duales) Studium in Richtung Maschinenbau zu beginnen. Bekommt er einen Platz vor Ort, wird der begeisterte Mountainbiker der HSG Hanau weiterhin die Treue halten, dann im Herrenbereich. „Bei der zweiten Mannschaft habe ich schon mittrainiert, es ist auch eine coole Truppe“, findet Rico Ruess. Einige der Spieler waren früher mal seine Trainer.

Doch jetzt liegt Rico Ruess‘ Konzentration voll und ganz auf seiner A-Jugend, mit der er nun das Feld von hinten aufrollen und mächtig Punkte einfahren möchte, um vielleicht noch einen der ersten zwei Plätze in der Staffel West zu ergattern und so in das Viertelfinale des DHB-Pokals einzuziehen – und dann winkt das Final Four und das Bundesliga-Ticket für 2020/21.

von Katja Vügten
Quelle: Hanauer Anzeiger vom 10.01.2020
Artikel übernommen von Andreas am 10.01.2020